Landschaft und Tierleben auf Antigua

Der spannendeste Aspekt des Tierlebens auf Antigua waren (für mich als Europäer) die Pelikane. Man sieht sie überall um die Insel herum, manchmal fliegen sie bloß 10 Zentimeter über der Meeresoberfläche auf der Suche nach Futter. Wenn sie etwas erspähen, steigen sie auf eine Höhe von etwa 5 Meter und hören dann plötzlich auf zu fliegen; sie fallen wie ein Stein ins Wasser und tauchen kurz darauf mit der unglücklichen Beute wieder auf.

 
Tierleben vor der Haustür: Lizard und Tarantel. Vollbild (1280x960) links, rechts

Alle möglichen Arten von Echsen gab es auch auf Antigua; die kleinsten waren gerade ein paar Zentimeter lang und fast durchsichtig, und nach oben hin geht es bis zum Leguan (aber davon habe ich leider nie einen zu Gesicht bekommen). Wir hatten auch ein paar Taranteln (oder sowas ähnliches - groß und haarig zumindest) in der Nähe unserer Apartments, die konnten sogar unter der Tür durchkrabbeln, aber es war nicht schwer, sie mit einem Besen in die Flucht zu schlagen.

 
Cattlebirds bei der Kathedrale in St. John's und auf umgegrabenem Land. Vollbild links (960x1280), rechts (1280x960)

Ebenfalls ganz interessant fand ich die sogenannten Cattlebirds ("Viehvögel"). Der Name kommt daher, daß man normalerweise auf einer Viehweide genau einen solchen Vogel neben jeder Kuh sieht; sie warten nur darauf, daß irgendwelche Insekten an die Oberfläche der von der Kuh aufgewühlten Erde kommen. Das rechte Foto wurde aufgenommen, kurz nachdem die Erde von einem Bagger umgegraben wurde; offenbar haben die Cattlebirds sich gedacht, daß ein Bagger als vier Kühe zählt.

 
Regenwald in Wallings (Foto von Karsten Fourmont), und Einsiedlerkrebse auf dem Weg. Vollbild links (800x600), rechts (1280x960)

Die unberührteste (oder am wenigsten berührte) Natur auf Antigua findet sich wohl in Wallings, erreichbar vom Fig Tree Drive im Süden der Insel aus. Wallings ist ein Naturschutzgebiet und besteht im wesentlichen aus neugepflanztem Regenwald (der ursprüngliche Wald wurde zu großen Teilen abgeholzt, um Zuckerrohr zu pflanzen). Man kann dort eine Reihe von Wanderungen unternehmen und auf Wunsch auch jemanden anheuern, der einem die Pflanzen und das Tierleben erklärt. Im Naturschutzgebiet gibt es Orte, an denen man einen sehr schönen Ausblick auf das Meer zu drei Seiten hat, und man kann seine Wanderung auch bis zum einsam gelegenen Strand an der Rendezvous Bay fortsetzen. Im Wald finden sich auch die Ruinen des Wallings Reservoir, das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, aber nun nicht mehr in Betrieb ist.

Noch ein Ort mit interessantem Tierleben sind die "Mangrove Swamps" hinter Antigua Beach im Norden der Insel. Hier gibt es, besonders bei bewölktem Himmel, eine Menge von Vögeln und auch "einarmige Krabben" zu beobachten.

Etwas speziellere Informationen über die Flora und Fauna Antiguas - abseits von den offensichtlichen Dingen, die ich hier beschrieben habe - gibt's bei der Environmental Awareness Group im ersten Stock des Museums in St. John's.

 
Rendezvous Bay, von Wallings aus; toter Baum in Wallings. Vollbild (1280x960) links, rechts

Die untenstehende Karte gibt den Charakter verschiedener Gegenden Antiguas an. Sie kann natürlich nur als grobe Faustregel dienen und basiert einzig auf meinem persönlichen Eindruck.


  Frederik Ramm, 2011-12-30