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Montag, 13. November 1989, S. 1
Hessens Ladenschluß für DDR-Bürger aufgehoben
Wiesbaden (NP/lhe). - Die hessische Regierung hat
wegen des wachsenden Stroms von DDR-Reisenden - bis
Sonntag abend 143000 - über zusätzlich vier neue
Grenzübergänge die Ladenschlußzeiten im Einzelhandel
aufgehoben. In einer Sondersitzung des Kabinetts
wurden Landratsämter und Sparkassen im Grenzgebiet
gebeten, die Kassen auch an Wochenenden geöffnet zu
halten und DDR-Bürgern das Begrüßungsgeld von 100
Mark auszuzahlen. Ministerpräsident Wallmann
betonte, die Frage der deutschen Wiedervereinigung
bleibe auch nach Öffnung der DDR-Grenze "aktuell auf
der Tagesordnung der Weltpolitik". Die deutsche Frage
bedürfe der Lösung, aber "Wiedervereinigung bedeutet
nicht Vereinnahmung".
Vier neue Grenzübergänge von der DDR nach Hessen
wurden gestern geöffnet: Witzenhausen/Hohengandern,
Wanfried/Katharinenberg (beide Werra-Meissner-Kreis),
Obersuhl/Untersuhl und Philippsthal/Vacha (beide
Kreis Hersfeld-Rotenburg).
Frederik Ramm, 2001-04-27