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Montag, 13. November 1989, S. 2
Nachholbedarf in der DDR löst Riesenboom aus
Frankfurt (NP). - "15 Millionen Menschen in der DDR
wollen den gleichen Lebensstandard wie wir." Das löse
hierzulande einen riesigen Nachfrageboom aus, der
große wirtschaftliche Möglichkeiten eröffne, sagte
Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen
Bank. Zugleich forderte er mehr gemeinsame
Unternehmen in der DDR. Vom Nachholbedarf bei
Konsumgütern erwartet auch Peter Pietsch,
Pressesprecher der Commerzbank, eine zusätzliche
Nachfrage, außerdem einen kräftigen Auftrieb im
innerdeutschen Handel. Wirtschaftsexperten weisen
zugleich Spekulationen über die Entstehung einer
neuen Wirtschafts-Supermacht als verfrüht zurück.
Eine "schnelle und völlige" Konvertibilität der DDR-Währung
hält der Vorsitzende des Ostausschusses der
deutschen Wirtschaft, Otto Wolff von Amerongen, für
"ausgeschlossen". Als wichtigste Schritte zur
Wirtschaftsreform in der DDR nannte er Flexibilisierung,
Dezentralisierung und Abbau von Subventionen.
Frederik Ramm, 2001-04-27