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Süddeutsche Zeitung, Montag, 13. November 1989, S. 2

Scan Aktuelles Lexikon

Begrüßungsgeld

Die 100 Mark, die den DDR-Besuchern ausgehändigt werden, wenn sie nach Westberlin oder in die Bundesrepublik einreisen, gibt es seit dem 1. September 1987. Das sogenannte Begrüßungsgeld wird einmal im Jahr bezahlt; zur Kontrolle wird ein Stempel in Reisepaß oder Personalausweis gedrückt. Das Geld wird von den Kommunen ausgezahlt, die ihre Ausgaben später vom Bund ersetzt erhalten. Wegen des großen Andrangs wurden in den letzten Tagen auch Postämter und Sparkassen mit der Auszahlung betraut. Bis zum Datum der Anhebung des Begrüßungsgeldes auf die jetzige Höhe hatte es dreißig Mark betragen. Die DDR-Bürger hatten bis dahin bei Reisen in die Bundesrepublik 70 Mark ihrer Währung in DM umtauschen können. Das wurde dann auf 15 Mark verringert. Die Bundesregierung nahm das zum Anlaß, das Begrüßungsgeld anzuheben, um den Besuchern wenigstens einen gewissen Betrag an westlicher Währung zugänglich zu machen.

Im Jahr 1988 wurden rund 261 Millionen Mark an Begrüßungsgeldern entrichtet. Im Haushalt sind für das laufende Jahr 300 Millionen Mark dafür vorgesehen. Schon nach dem Besucherstrom dieses Wochenendes, aber mehr wegen der Zahl der Besucher, die noch zu erwarten sind, wird dieser Teil des Haushalts drastisch ausgeweitet werden müssen. Rdh.


[deutsch] [english] [about] [contact]   Frederik Ramm, 2001-04-27