Süddeutsche Zeitung, Montag, 13. November 1989, S. 2

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DDR-Geheimstudie: Elbe zur Kloake verkommen

Hamburg (dpa) - Unternehmen in der DDR kippen jährlich Zehntausende Tonnen giftiger Abfälle in die Elbe und lassen den Fluß so zur Kloake verkommen. Dies belegt nach Angaben des Nachrichtenmagazins Der Spiegel eine bisher geheimgehaltene Studie aus dem Ostberliner Umweltministerium. Die Belastung des Flusses mit dem Schwermetall Cadmium - so der Bericht - übertrifft die Trinkwasser-Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft bis zum 90fachen, beim gefährlichen Quecksilber sogar bis zum 250fachen. Laut Spiegel dokumentiert die Studie, daß die DDR insgesamt 90 Prozent der Elbschadstoffe in den Fluß kippt, nur ein Bruchteil stamme aus der UdSSR. Zu den schlimmsten Elbverschmutzern in der DDR zählt das Chemiekombinat Bitterfeld. Auch die Zuflüsse der Elbe seien inzwischen zu Kloaken verkommen. Klärwerke, die Entlastung bringen könnten, gebe es kaum.


  Frederik Ramm, 2001-04-27