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Iain M. Banks: Consider Phlebas

Dieses Buch fängt gleich im Krieg an. Keiner weiß so genau, wieso Krieg ist, es ist halt einfach so. Die "Culture", ein ziemlich technokratischer Verein ohne Rücksicht auf menschliche Schwächen, käpft gegen die "Idirans", eine entfernt menschenähnliche Rasse, die viele Charaktermerkmale mit den Klingonen aus "Star Trek" teilt (ich sage nur: Kriegerehre und so), leider aber auch eine Anzahl menschlicher Schwächen hat und der "Culture" wohl über kurz oder lang unterliegen wird.

Ein ziemlich guter Artikel des Autors über die "Culture", die noch in mehreren seiner Romane vorkommt, ist hier zu finden.

Hauptfigur ist Bora Horza Gobuchul, kurz Horza, ein sogennanter "Changer". Die "Changers" können ihr physisches Aussehen und eine Anzahl weiterer Körperfunktionen per Willensakt steuern und verändern. Sie werden daher oft als Spione eingesetzt (und außer;dem stets von allerhand Existenzzweifeln psychischer Art geplagt).

Horza arbeitet für die Idirans und erhät den Auftrag, den künstliche intelligenten Kern eines Culture-Raumschiffes zu bergen, nachdem dieser sich als Folge einer Selbstzerstörung des Schiffes auf einen abgeschiedenen Planeten gerettet hat, der von einer mysteriösen, neutralen Macht aus dem Krieg herausgehalten wird.

Das Buch beschäftigt sich wenig mit technischen Details - Raumschiffe, Waffen, Technologie stehen hier eben einfach "zur Verfügung" und werden dem Leser eben erklärt, bevor sie zum Einsatz kommen. Spannend ist hier eher das soziale Gefüge, denn größtenteils muß sich unser Held mit einer recht ausgeflippten Piratenbande herumschlagen, um seine Ziele zu erreichen.

Oft genug wird auch über den Sinn und Unsinn des ganzen Krieges philosophiert, und der typische SF-Leser, von Natur aus eher auf der "Culture"-Seite, merkt vielleicht, daß die Idirans mit all ihrer Quasi-Religiosität vielleicht doch nicht ganz unsympathisch sind.

460 Seiten, ein britisches Taschenbuch (Orbit Verlag, 7 Pfund), was den Vorteil hat, daß die Produktion nicht ganz so minderwertig ist wie bei den amerikanischen Büchern und der Seitenrand sogar mehr als fünf Millimeter beträgt.

Ich habe seitdem noch mehrere Bücher vom gleichen Autor gelesen; am besten von allen gefielen mir Player of Games, ebenfalls ein "Culture"-Roman, und Use of Weapons, das nicht in der "Culture"-Welt spielt.

Bezugsquelle

Consider Phlebas


[deutsch] [english] [about] [contact]   Frederik Ramm, 2001-06-21