Das Wissen über die Projektion und die Position und Ausdehnung der vorliegenden Karte ermöglicht es, Längen- und Breitenangaben in Pixel-Positionen auf der Karte umzurechnen. Außerdem braucht man noch die Information, welches Referenzellipsoid verwendet wurde, sonst kann man mehrere hundert Meter daneben liegen. GPSe benutzen meist das WGS-84; mein GPS kann in der Anzeige jedes beliebige System verwenden, die Ausgabe auf der seriellen Schnittstelle ist aber immer in WGS-84.
In meinem Fall war es recht klar, das die Karte, die ich benutze, auf dem "British Grid" basiert, einer transversen Merkatorprojektion mit bestimmten Parametern und dem Ordnance-Survey- Referenzellipsoid von 1936. Diese Projektion wird für fast alle britischen Karten verwendet. Es war danach nicht allzu schwierig, meine GPS-Daten "korrekt" umzurechnen.

Diese Bilder zeigen die Braemore Junction, links aus der 1:50 000-Karte der Ordnance Survey und rechts aus einer ca. 1:250 000-Karte von Bartholomew (die ich auch für meine Webseite verwende).
Nicht auf die absolute Größe schauen - die relativen sind interessant: Die Form der A832, die die Kreuzung nach links verläßt, oder die Breite der Schlucht zwischen den beiden Straßen (der Corrieshalloch Gorge) im Vergleich zur Straßenbreite. Links sind es rund sechs Straßenbreiten - rechts nur zwei!
Was das Beispiel zeigt, ist, daß Kartenhersteller mogeln. Sie müssen mogeln, wenn sie gut lesbare Karten erzeugen wollen; sie müssen ein paar Straßen breiter machen oder schmaler oder weiter auseinander zeichnen. Sie müssen ein paar Kurven begradigen, ein paar Winkel ändern. Manchmal machen sie natürlich auch einfach nur Fehler, wie man hier sieht - der Ort Achnasheen liegt in der Bartholomew-Karte auf der falschen Seite der Kreuzung:

Man beachte auch, daß die Bahnstation auf der OS-Karte weiter nördlich als der Kreisverkehr liegt, aber auf der Barholomew-Karte weiter südlich. Und die Entfernung zwischen dem Fluß und der Straße...
Da das GPS von diesen kleinen schmutzigen Tricks der Kartenmacher nichts wissen kann, werden viele Punkte zwangsläufig "neben" der Straße liegen, es sei denn, man hat eine wirklich sehr genaue Karte - und dann werden einem die GPS-Ungenauigkeiten Sorgen bereiten!
Das funktioniert, solange man ausreichend kleine Kartenabschnitte verwendet, so etwa bis 20 x 20 Kilometer. Alles darüber hinaus wird problematisch, wie eine zu kleine Bettdecke - wenn es auf der einen Seite paßt, stimmt's auf der anderen wieder nicht, und umgekehrt.
Probleme gibt es noch da, wo zwei Straßen so dicht nebeneinander verlaufen, daß es durch GPS-Meßfehler passieren kann, daß ein Punkt, der auf Straße A "gehört", auf die Straße B rutscht. Da ist dann Handarbeit erforderlich; als letzte Rettung habe ich immer noch die Möglichkeit, die errechneten Bild-Positions-Pixel, also den "roten Punkt", den man am Ende in der Anwendung sieht, von Hand zu verschieben, aber das vermeide ich, wenn irgend möglich.