Download Die Woche 28/2006 mit ohne YIGG.de#250 | 15.07.2006 | 20:00 Uhr | 3212 k | 09:06 Min

Die Woche 28/2006 mit ohne YIGG.de

Diese Woche war YiGG.de mindestens vier Tage lang offline. Laut Enrico liegt ein Hardwaredefekt vor. Aufgrund der dünnen Finanzdecke wurde auf eine redundante Auslegung verzichtet. Aber inzwischen meldet sich der Server schon wieder mit einer Apache-Testseite, so daß sich vielleicht im Laufe des Wochenendes noch etwas ergibt. Möge das Backup mit Euch sein.

Dennoch habe ich ein paar Meldungen gesammelt aus den Bereichen Zeitverschwendung, Kurioses, Netzkultur, Content-Mafia, Menschen, Kaputt gebaut, Softwarepatente

Eine kleine Zeitverschwendung dürfte die Aktion Briefe für die Nationalmannschaft sein. Wenn wir schon dabei sind, uns zu bedanken, dann bitte auch gleich dafür, daß wir keine anderen Probleme haben als Klinsmanns Rücktritt. In Bombay explodieren Vorortzüge, in Tel Avif Katyusha-Raketen, Israel überfällt den Libanon und George Bush überlebt den kalten Händedruck von Harald Ringsdorf. Aber wir erfreuen uns an billigen Kopfstoss-Flash-Spielchen und leben damit unseren Kindern vor, dass Aggression auch eine lustige Seite hat. Für die bösen Terroristen können wir uns immernoch schärfere Gesetze ausdenken. Vor allem, weil die WM weitgehend sicher und friedlich war, fordert Wolfgang Schäuble jetzt die Verschärfung der Terror-Gesetze. Was hätte der erst gefordert, wenn wirklich ein Anschlag passiert wäre?

Laut Fefe gibt es in Holland kuriose Urinale in den Männertoiletten zu bestaunen. Die haben angeblich die Form eines weiblichen Mundes. Natürlich beschweren sich notorische Spassbremsen und US-Touristen haben eine McDonalds Filiale sogar dazu gezwungen, die Urinale zu entfernen. Ich frage mich blos, wie ich bei weissem Keramik unterscheiden soll, ob das ein weiblicher oder männlicher Mund sein soll.

Diese Woche bekam ich eine eMail zugeschickt, nach denen werden Kleinkinder und menschliche Föten auf regelmäßiger Basis in chinesischen Restaurants verspeist. Angeblich werden deswegen sogar gezielt Abtreibungen vorgenommen. Spiegel Online enttarnt diesen Netzmythos der momentan in den Büros die Runde macht und viele Gemüter erregt. Die Bilder. auf die sich der Bericht bezieht, sind alt und wurden im Rahmen einen seltsamen, skandalerweckenden Kunstperformance angefertigt. Damit sollte darauf hingewiesen werden, wie wenig ein Menschenleben in China wert ist. Persönlich würde mich nicht wundern, wenn die Bilder entsprechend manipuliert wären, um damit Trojaner auf Büro-PCs unterzubringen.
Wie gut sich Greul für den Transport von Informationen eigenen, sieht man auch an der Reportage von Spiegel TV über den Obergefreiten Key, der vom Horror des Irak-Krieges berichtet. In typischer Bildzeitungsmanier spricht der Bericht von abgetrennten Köpfen, mit denen seine Kameraden Fußball spielen.
Auf der Scheibenwelt von Pratchett gibt es dieses Spiel auch. Es wird hauptsächlich von Trollen, einer auf silizium-basierenden Lebensform, gespielt.

Um vom miefigen Image des grauen EDV-Adminitrations-Alltages wegzukommen, haben sich nun mehrere IT-Managerinnen leichtbegleidet für einen Kalender als Pin-Up zur Verfügung gestellt. Aber den werden die Nerds auch nur wegen den Begleittexten kaufen. In denen wird beschrieben, bei welcher Firma und in welcher Position die weiblichen Geeks arbeiten. Die Traumfrau-Pose der australischen Schönheit Sharon ist eine Augenweide.

Diese Woche machten gleich zwei Aktionen gegen die Content-Mafia Schlagzeilen. Zum einen die Electronic Frontier Foundation (EFF), die einen Katalog mit 19 peinlichen Fragen an die Musik- und Filmindutrie zusammengestellt hat. Beispiel gefällig: Ist es legal, mit einem digitalen Videorekorder Werbepausen zu überspringen bzw. worin sich dieser Vorgang davon unterscheidet, wenn man während einer solchen Pause die Toilette aufsucht?
Den zweiten Schlag führte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) gegen die Musikshops iTunes, Musicload, Nero und Ciando durch. Die Verbraucherschützer mahnen an, daß die Geschäftsbedingungen der Online-Anbieter in vielen fällen deutschem Recht widersprechen und Konsumenten vorsätzlich verwirren. Es geht um unwirksame Klauseln und das selberherliche Gebaren, auch nachträglich diese Bedingungen zu verändern. Der VZBV ruft dazu auf, sich mit einem Musterschreiben an Abgeordnete und andere politische Funktionträger zu richten.

Wenn es schlecht läuft, ist bei den entsprechenden Abgeordneten bereits der neue Spamfilter für lästige Anfragen installiert. US-Kongress-Abgeordnete werden durch diese Technologie bereits wirksam vor Eingaben politisch, interessierter Bürger geschützt. Ist vielleicht auch was für den Peditions-Ausschuß des deutschen Bundestages, wenn den Menschen erstmal bewußt wird, was die Urheberrechtsänderungen für Auswirkungen auf die Privatkopie haben.

Die eMail-Marketing-Branche beklagt den Einsatz von Filtertechniken ebenso. Offenbar kommen viele, der weniger euphemistisch Spam genannten, Werbenachrichten gar nicht erst beim Kunden an.

Bald gibt es auch uns bei überall Wahlen nach mexikanischem Vorbild und das nicht nur in Testgemeinden. Der Wahlprüfungsausschuss von Rheinland Pfalz hat verschiedenen Eingaben zu der Wahl geprüft und nichts gegen den Einsatz von Wahlmaschinen einzuwenden. Daher werde ich mir den Namen des niederländischen Herstellers Nedap gleich mal merken.

Für eine echte Überraschung sorgte diese Woche die Debian-Community. Ein dortiger Server wurde tatsächlich schon wieder gehackt. Da kann ich eigentlich nur die Transparenz loben und mich freuen, daß es wenigstens rauskommt. Schuld war laut Fefe ein unzureichend geschützer Benutzerzugang und eine bekannte Sicherheitslücke. In der EDV wäre einiges sicherer zu machen, wenn es keine Benutzer gäbe.

Sven Türpe, von der Fraunhofergesellschaft, demonstriert für das ZDF-Magazin Frontal21 wie man Bankkonten hackt und wie Phishing funktioniert. Allerdings sollte man bei dem TV-Bericht nicht so genau auf den Screen schauen, weil es da eher darum geht, medienwirksame Bildschirm-Ausgaben zu erzeugen. Sprich' einen hexdump mit Zufallszahlen auf einem schwarzen Screen mit grünen Buchstaben. In irgendeinem Logo habe ich sowas schonmal gesehen.

Das Videoblog Rocketboom, ein englischsprachiges Vorbild für Ehrensenf, fällt auseinander. Moderatorin Amanda Congdon verlässt das Projekt. Angeblich sind persönliche Animositäten der Grund dafür. Jetzt fehlt nur noch, das Katrin wegen einer Pumuckel-Verfilmung nach München zu Bavaria umzieht. Spätestens wenn Bauerfeind in der Top-10 der Suchbegriffe auf Technorati auftaucht, hat Sie die Web-Prominenz erreicht

Die Web 2.0 Arbeitstechniken sind inzwischen auch schon bei altehrwürdigen
Softwareprojekten wie X11 eingekehrt. Aber wir, denen das auffällt, gehören leider zu einer aussterbenden Spezies. So erklärt Fefe lang und breit wie er vier Stunden seines Lebens damit verschwendet hat, um endlich mal einen 640x480-Pixel X-Desktop auf seinem Rechner. Mir persönlich geht es mit Fedora Core fünf nicht besser: Da setzen sich die X11 Jungs schon hin und modularisieren die Treiber, aber das Fedora-Projekt verbockt es und macht die Paketabhängigkeiten so, daß man dennoch alle Treiber installiert haben muß.

Wer sich mit dem Gedanken trägt ein MacBook anzuschaffen, sei das Appledefects Wiki ans Herz gelegt: Da ist dann z.B. von einer Kernel-Panic die Rede, wenn man die Kopfhörer zu langsam herauszieht. Wie man auf dem MacBook ein Spiegelei brät steht da noch nicht, aber die Außenhülle des Macbook-Pro wird immerhin ca. 70 Grad Celcius warm.

Der Patent- und Lizenzexperte der Fraunhofer-Gesellschaft Helmut Schuber spracht sich dafür aus, daß die Fortschritte, die im Bereich der Softwarepatente erreicht wurden, so auch auf die Biotechnologie übertragen werden. Dann sind wir vielleicht doch nicht mehr so weit weg von einem sehr allgemein gefassten Patent für die Fortpflanzung von mehrzelligen Organismen. Die EU-Kommision hat Kleine- und Mittelständische Unternehmen gefragt, was die denn von Software-Patenen meinen und hat dabei eher kritische Antworten erhalten. Dabei weis doch jeder Medienprofi, daß man bei einer Umfage nur Leute fragen darf, die auch die gewünschten Antworten geben.

In St. Petersburg fängt die G8 Konferenz an und Russland darf endlich der WTO beitreten. Was wird dann aus allofmp3? Die Anhänger der Love-Parade werden heute in Berlin mal wieder den Tierpark niederwalzen und die Tour-de-France kommt mit weniger gedopten nächste Woche in die Alpen. Noch fragen Kienzle?


>> Krankenschwestern

Sven - kann man hoeren

Gedanken aus dem Kopf eines kindischen Mittdreiszigers

Komm' und steck' Deine Ohren in mein Leben. Aber Vorsicht! Das sind alles nur durchschnittliche Geschichten, Gedanken und Gefuehle aus einem mittelklassigen Leben. Doch es ist mein Leben und wenn schon kein anderer darueber berichtet, mach' ich es halt selbst.


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Last update was on Tuesday, 11-Jul-2006 by Sven Dickert