Warum "Schiffe versenken" pädagogisch wertvoll ist

(Ich war dabei ertappt worden, wie ich mit einem Mitschüler "Schiffe versenken" auf Papier spielte, und hatte zur Abwendung schlimmerer Folgen angeboten, in einem Essay klarzustellen, daß das Spiel pädagogisch wertvoll sei.)
"Schiffe versenken" erfordert höchste Konzentration. Es wird nicht, wie man bei flüchtigem Hinsehen annehmen könnte, einfach so drauflosgeschossen, nein, vielmehr steckt dahinter eine meist in vielen Jahren ausgereifte Taktik. Durch logische Schlüsse kann man aus den Schüssen des Gegners, sofern man einige psychologische Kenntnisse aufweist, auf die ungefähre Position seiner Schiffe schließen. Sollte man dazu nicht in der Lage sein, so gilt es immernoch, die Anzahl der möglichen Standorte durch gezielte Schüsse auf ein Minimum zu reduzieren.

Alles in allem schärft das Spiel die Konzentrationsfähigkeit sowie das logische Denken ungemein. Gerade dieses logische Denken wird in der heutigen Zeit mehr und mehr gefordert. Eine Parallele zum "Schiffe versenken" zeigt sich bei großen Maschinen und Computerprogrammen, mit denen jeder von uns einmal konfrontiert werden wird, genauer: beim sogenannten "Debugging", der Fehlersuche. Auch hier gilt es, die möglichen Fehlerquellen so weit als möglich einzuschränken, um den Fehler dann mit Sicherheit bestimmen zu können.

Fazit: "Schiffe versenken" ist aus deutschen Schulen nicht mehr wegzudenken.

Ich weiß leider nicht mehr, bei welchem Lehrer oder welcher Lehrerin das ganze vorgefallen war, aber dies sind seine/ihre auf dem Blatt, das ich eingereicht hatte, vermerkten Kommentare:
Keine pädagogische Begründung! Konzentrationsübungen, pädagogisch gerechtfertigt, sind: Schiffeversenken ist damit völlig überflüssig, zumindest pädagogisch!
Die betreffende Person hat also offenbar auch Humor gehabt - Hallo? Wenn Sie das hier lesen, melden Sie sich doch mal!


  Frederik Ramm, 2001-04-24